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Dr. Uta-Bettina von Altenbockum
Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon +49 69 92915-47
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Intelligente Rahmenbedingungen zur Mobilisierung von Kapital für Neuemissionen fordert das Deutsche Aktieninstitut in seinem heute veröffentlichten Positionspapier „Wachstumsmotor Börse stärken: Kapital mobilisieren – Regulierung entschlacken“.

„Die Politik muss endlich dafür sorgen, dass der Börsengang für Unternehmen in Deutschland eine echte Finanzierungsalternative wird“, fordert Christine Bortenlänger, geschäftsführender Vorstand des Deutschen Aktieninstituts. Die Börse ist mit wirtschaftlichem Fortschritt untrennbar verknüpft. Ohne Aktie und Börse hätten weder die Eisenbahnen im Zeitalter der Industrialisierung noch die großen Unternehmen der Gegenwart finanziert werden können. Umso wichti­ger ist es deshalb, auch in Deutschland den seit Ausbruch der Finanzkrise stockenden Motor Börse wieder zum Laufen zu bringen. Die Rahmenbe­dingun­gen für Börsengänge müssen deshalb verbessert und mehr Kapital für Neu­emissionen mobilisiert werden.

„Nach unseren Berechnungen könnten mittel- bis langfristig rund 22 Mrd. Euro in den Aktienmarkt investiert werden, wenn deutsche Anleger aus rendite­armen Anlagen wie Bankeinlagen in die renditestarke Anlageform Aktie um­schichten“, erklärt Bortenlänger. „Zusätzlich könnten rund 4 Mrd. Euro pro Jahr in Neuemissionen fließen, wenn ein größerer Teil des jährlichen Zuwachses an Geldvermögen der privaten Haushalte in Aktien investiert würde“, betont sie.

Doch dazu müssen die Rahmenbedingungen in Deutschland verändert werden, die bislang alles andere als dazu einladen, in Aktien zu investieren. Das Beispiel USA zeigt, dass durch eine stärkere Kapitaldeckung der Altersvorsorge viel Geld zur Finanzierung von guten Ideen mobilisiert werden kann. Ein großer Teil der US-Pensionen wird in Aktien angelegt. Die kapitalgedeckte Altersvorsorge in den USA beträgt fast das Anderthalbfache des US-Bruttoinlands-produkts. Damit wird die Gründungsdynamik in den USA deutlich gefördert. In Deutschland steht die Kapitaldeckung der Altersvorsorge erst am Anfang. „Hier muss die Politik entschlossener handeln, um einerseits die Altersvorsorge auf zukunftsfähige Beine zu stellen und andererseits die Finanzierung von Wachstum und Inno­vationen zu stärken“, fordert Bortenlänger.

Außerdem muss mit Blick auf die Diskussion um Abgeltungssteuer und Finanz­transaktionssteuer die Beseitigung der steuerlichen Diskriminierung der Aktie auf die politische Agenda. Unterstützend muss die Politik auch endlich Maßnahmen zur Verbesserung der ökonomischen Bildung ergreifen, um den Deutschen zu helfen, die Skepsis gegenüber der Aktienanlage zu überwinden.

Neben der Mobilisierung von Anlegerkapital ist eine kritische Masse an börsen­notierten Unternehmen eine grund-legende Voraussetzung für das Anspringen des IPO-Motors. Je mehr Unternehmen sich erfolgreich über die Börse finan­zieren, desto attraktiver wird der Börsengang für weitere Unter­nehmen. Auch die Bedingungen für die vorbörsliche Wachstumsfinanzierung von Start-up-Unter­nehmen – wie beispielweise die Möglichkeiten der steuerlichen Aner­kennung von Verlustvorträgen – müssen verbessert werden.

Dringend erforderlich ist es zudem, die Regeln für den Börsengang zu entbüro­kratisieren. „Nach der Finanzkrise wurden die Vorschriften für die Börsennotiz nochmals stark ausgeweitet. Gerade aber auf kleinere Unternehmen wirken beispielsweise umfassende Publizitätspflichten abschreckend“, so Bortenlänger. „Der gesamte Regulierungs-rahmen des Kapitalmarkts muss im Interesse der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und des Wohlstands der deutschen Volks­wirtschaft jetzt auf den Prüfstand.“

 

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