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Die Anlage von Teilen des Vermögens in Aktien kann Stiftungen helfen, ihre gemeinnützigen Zwecke besser zu erfüllen – nicht nur im derzeitigen Niedrigzinsumfeld. Das ist ein zentrales Ergebnis einer Untersuchung des Deutschen Aktieninstituts e.V. und der UBS Deutschland AG im Auftrag der Stiftung Lindauer Nobelpreisträgertagungen.

„Uns geht es mit der Studie in erster Linie darum, Stiftungsorganen und Stiftungsaufsichten Unsicherheiten bei der Aktienanlage zu nehmen“, erläutert Dr. Christine Bortenlänger, geschäftsführender Vorstand des Deutschen Aktieninstituts, den Hintergrund der Untersuchung. Konkret führt die Studie anhand historischer Vergleichsdaten vor, dass sich mit einem breit gestreuten Aktieninvestment im Vergleich zu einer reinen Rentenanlage zusätzliche Erträge erwirtschaften lassen, ohne die gesetzliche Vorgabe, das Stiftungsvermögen im Wert zu erhalten, zu verletzen. Dies wiederum bedeutet, dass Aktien in einem auf Langfristigkeit angelegten Stiftungsvermögen einen festen Platz neben verschiedenen anderen Assetklassen haben sollten.

Thomas Rodermann, Vorstandsvorsitzender der UBS Deutschland AG, bekräftigt die Erfahrung, dass in vielen Stiftungen Skepsis gegenüber Aktienengagements herrscht. „Wir beobachten, dass sich die Vermögensanlage in Stiftungen zum Teil sehr stark auf festverzinsliche Wertpapiere konzentriert, weil die Stiftungs­organe das Aktienrisiko sehr hoch einschätzen.“ Die hohe Konzentration auf Rentenwerte führt jedoch zu Schwierigkeiten, wenn die Zinsen sinken und Altanlagen mit hohem Zins durch Neuanlagen mit niedrigem Zins ersetzt werden müssen.

„Die Niedrigzinsphase macht die Vermögensanlage von Stiftungen noch schwieriger“, bestätigt auch Prof. Dr. h.c. Wolfgang Schürer, Vorsitzender der Stiftung Lindauer Nobelpreisträgertagungen, die Problematik der Wiederanlagerisiken bei festverzinslichen Papieren. Er betont zugleich, dass sich Überzeugungsarbeit für ein nachhaltiges Aktienengagement lohnt: „Meiner Erfahrung nach werden auch substantielle Aktienquoten von über 30 Prozent von Stiftungsaufsichtsbehörden befürwortet, wenn die Stiftung ihrer Verantwortung für das gestiftete Vermögen durch eine ausgewogene Anlagepolitik insgesamt gerecht wird. Die Studie hilft dabei, den notwendigen Dialog mit den Aufsichtsbehörden zu führen“.

Damit sich eine realistische Sichtweise auf die Chancen und Risiken der Aktien­anlage durchsetzt, müsse sich oft nur die Interpretation der geltenden Vor­schriften ändern, sind sich Bortenlänger, Rodermann und Schürer einig. Konkret regt die Studie zum Beispiel an, dass der stiftungsrechtliche Grundsatz des Vermögenserhalts über einen 15- bis 20-Jahres-Zeitraum interpretiert werden sollte, um Aktieninvestments nicht zu diskriminieren. Zudem sei eine gedank­liche Trennung zwischen Dividenden, die für den Stiftungszweck verwendet werden müssen, und Kursgewinnen, die manchmal als verwendungsgesperrt betrachtet werden, künstlich. Die Praxis zeigt, dass dies bereits heute vielerorts anders gelebt wird.

Die nun vorgelegte Studie soll die Argumente für eine stärker aktienbasierte Anlagestrategie darlegen und die Stiftungen für Gespräche mit der Aufsicht über höhere Aktienquoten vorbereiten.

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