Tiefe und integrierte europäische Kapitalmärkte fördern
Anlässlich des vierten Deutsch-Französische Corporate Executives and Institutional Investors' Forums betonen Melanie Kreis, Präsidentin des Deutschen Aktieninstituts, und Patricia Barbizet, Präsidentin der Afep (Association française des entreprises privées), die entscheidende Rolle der deutsch-französischen Allianz auf der europäischen Bühne. Beide Präsidentinnen heben die Bedeutung tiefer und integrierter europäischer Kapitalmärkte hervor und rufen die neue EU-Kommission dazu auf, diese Priorität in ihrer kommenden Amtszeit zu verwirklichen.
Das diesjährige Forum, das in Zusammenarbeit mit EnBW veranstaltet wird, befasst sich mit aktuellen und langfristigen wirtschaftlichen, geopolitischen und sozialen Herausforderungen. Über 80 Führungskräfte deutscher und französischer Unternehmen diskutieren drängende Fragen zu Lieferketten und zur Finanzierung der digitalen und nachhaltigen Transformation (Twin Transition).
Wie auch im deutsch-französischen Fahrplan für eine Kapitalmarktunion haben Enrico Letta, Christian Noyer und Mario Draghi als einen Schlüssel zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit Europas die Notwendigkeit hervorgehoben, den europäischen Kapitalmarkt zu vertiefen und zu integrieren. Die Bedeutung effizienter europäischer Kapitalmärkte ist groß, da die Finanzierung von Innovationen und der Twin Transition der Wirtschaft enorme finanzielle Ressourcen erfordern wird.
„Kapitalmärkte müssen für Emittenten und Investoren gleichermaßen attraktiv sein. Ein standardisiertes Sparprodukt auf europäischer Ebene und nationale Initiativen für mehr aktienbasierte Altersvorsorgeprodukte wären wichtige Schritte, um die europäischen Kapitalmärkte zu vertiefen und damit die europäische Wettbewerbsfähigkeit zu fördern“, betont Melanie Kreis.
Um eine starke und effiziente Kapitalmarktunion zu schaffen, braucht es eine Reihe verschiedener Elemente, die konsequent umgesetzt werden müssen. „Wir müssen auch die europäischen Verbriefungsmärkte wiederbeleben und die Entwicklung der Mitarbeiterkapitalbeteiligung unterstützen, um die Finanzierung von Innovationen und der Twin Transition zu gewährleisten,“ fügt Patricia Barbizet hinzu.
Darüber hinaus rufen das Deutsche Aktieninstitut und Afep Ursula von der Leyen dazu auf, ihr Versprechen, die Wettbewerbsfähigkeit der Europäischen Union zu verbessern, rasch einzulösen. Dazu ist, wie im Draghi-Bericht erläutert, eine gestraffte und angepasste Regulierung erforderlich. Rechtsunsicherheit, die durch widersprüchliche Gesetze und zunehmende Bürokratie verursacht wird, untergräbt die Attraktivität Europas als Wirtschaftsstandort.
Das Deutsche Aktieninstitut und Afep stimmen Frau von der Leyen bei der Umsetzung eines benutzerfreundlichen Sustainable Finance Rahmenwerks zu. Sie unterstützen auch ihren Plan, die Berichtspflichten um 25 Prozent zu reduzieren und die EU-Gesetze auf ihre Wirksamkeit zu überprüfen, wie ebenfalls im Draghi-Bericht vorgeschlagen.
„Wir freuen uns darauf zu sehen, dass diese Ziele rasch und vollständig umgesetzt werden. Es ist höchste Zeit, von Worten zu Taten überzugehen“, so die beiden Präsidentinnen.
Hintergrund
Das Deutsch-Französische Corporate Executives and Institutional Investors' Forum versammelt hochrangige Persönlichkeiten aus der Führungsebene von Unternehmen, Finanzinstituten, Politik und europäischen Think Tanks. Es richtet sich an börsennotierte und kapitalmarktorientierte Unternehmen und hat zum Ziel, die deutsch-französische Zusammenarbeit in Kapitalmarktfragen zum Nutzen der europäischen Wirtschaft zu intensivieren.