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Auf dem heutigen Herbstempfang des Deutschen Aktieninstituts in Brüssel forderte Werner Baumann, Präsident des Deutschen Aktieninstituts und CEO der Bayer AG, sich für Europa einzusetzen. Gemeinsam müssten Politik und Wirtschaft die Menschen davon überzeugen, dass die Einheit Europas im Interesse und zum Wohle aller Bürger sei.

Werner Baumann begrüßte mehr als 200 Gäste, die der Einladung des Deutschen Aktieninstituts in den BMW Brand Store in Brüssel gefolgt waren. „Wir alle müssen den Wandel in einer zunehmend vernetzten Welt aktiv gestalten. Wenn Wirtschaft und Politik an einem Strang ziehen, sichern wir gemeinsam Beschäftigung, Technologieführerschaft und Wettbewerbsfähigkeit am Standort Europa“, betonte auch Dr. Friedrich Eichiner, Mitglied des Vorstands der BMW AG, Finanzen, in seiner Ansprache.

Key Note Speaker Pierre Moscovici, EU-Kommissar für Wirtschaft und Finanzen, Steuern und Zölle, sprach über die wirtschaftlichen Herausforderungen, die mit Blick auch auf den Brexit vor der Europäischen Union liegen. Viele Bürger, so Moscovici, hätten das Vertrauen in die Globalisierung, die Politiker, die EU als solche aber auch in die Unternehmen verloren. Um dieses Vertrauen zurückzugewinnen, sei es notwendig, eine fairere Wirtschaft zu gestalten, die die Menschen einbeziehe.

Um aber mehr Wachstum zu generieren, müsse man sich, hob der EU-Kommissar hervor, auf drei Bereiche fokussieren. Private und öffentliche Investitionen müssen erhöht, Strukturreformen durchgeführt und die Wirtschafts- und Währungsunion vollendet werden. „Der europäische Binnenmarkt hat die Möglichkeiten, die den europäischen Unternehmen zur Verfügung stehen, stark erweitert und bietet das Potential sogar noch mehr zu erreichen. Um ihn bestmöglich zu nutzen, müssen wir die administrativen Hürden weiter abbauen, das Leben für kleine und mittlere Unternehmen und Start ups einfacher machen und die Initiativen vorantreiben, die Wachstum fördern,“ forderte Moscovici.

Baumann warnte vor den Folgen der wachsenden Zahl europakritischer und nationalistischer Stimmen in den letzten Jahren. Der Austritt Großbritanniens sei der unrühmliche Höhepunkt einer Anti-Europa-Stimmung, die sich in vielen Mitgliedstaaten breitgemacht habe. Schuld, so Baumann, seien vor allem die großen politischen Veränderungen der vergangenen Jahre wie Globalisierung, Finanz- und Schuldenkrise und die außenpolitischen Verwerfungen im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise. Diese verunsicherten viele Menschen in Europa. Hinzu komme, dass die Vorteile der Europäischen Union, wie sie sich aus Freihandel, Personenfreizügigkeit und freiem Kapitalverkehr ergeben, für den Einzelnen häufig zu wenig greifbar seien. Hier gelte es gegenzusteuern und den Menschen die Vorteile des gemeinsamen Binnenmarktes besser näherzubringen, unterstrich Baumann.

In 19 der 28 Mitgliedstaaten würde die Arbeitslosigkeit, so Baumann, als eines der zwei drängendsten Probleme der Bürger genannt. Hier böte die Kapitalmarktunion mit den Zielen Innovation, Wachstum und Beschäftigung eine große Chance. Es gelte die Wachstumskräfte, die von einem gemeinschaftlichen Kapitalmarkt ausgingen, zu nutzen und zu bündeln. Dafür müsse die EU-Kommission allerdings die Grundsatzentscheidung pro Kapitalmarkt konsequent verfolgen und umsetzen. „Es geht um mehr unternehmerische Möglichkeiten am Kapitalmarkt, um mehr Vertrauen in die Marktkräfte und die Fähigkeiten der Unternehmen“, betonte Baumann. Er forderte, die Belange der Nachfrageseite am Kapitalmarkt, also vor allem der Unternehmen, stärker in den Fokus zu rücken.

Baumann schloss seine Rede mit einem Plädoyer für Europa: „Wir glauben fest daran, dass der Europäische Binnenmarkt und die damit verbundenen Freiheiten für Unternehmen und Bürger den Wohlstand in Europa fördern und dass ein starkes Europa garantiert, dass europäische Belange in der Welt ernst genommen werden.“

Die Rede von Werner Baumann finden Sie hier.

 

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